Geburts- und Sterbedatum:
* 02.01.1870 in Störmtal
†23.07.1943 in Altenburg
Profession(en):
OberbĂĽrgermeister von Altenburg
Grablage:
Abt. 9 Feld 2 Nr. 76
Stadt Altenburg
* 02.01.1870 in Störmtal
†23.07.1943 in Altenburg
OberbĂĽrgermeister von Altenburg
Abt. 9 Feld 2 Nr. 76
Heinrich Christoph Benjamin Achilles wurde nahe Leipzig als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. Er bekam eine höhere Schulbildung und besuchte in den letzten drei Schuljahren bis zur Maturitätsprüfung im Jahr 1890 das Herzogliche Gymnasium in Eisenberg/Sachsen-Altenburg – übrigens zusammen mit dem Prinzen Ernst, dem später regierenden Herzog von Sachsen-Altenburg. Er studierte bis zum Jahr 1894 Jura in Würzburg und Leipzig und wurde danach Ratsreferendar des Stadtrates in Plauen. Später arbeitete er kurzzeitig als Anwalt. Zum 1. April 1899 folgte er dem Ruf zum besoldeten Stadtrat nach Zittau mit Arbeitsschwerpunkten auf Schul-, Steuer- und Gewerbesachen sowie landwirtschaftlichen Angelegenheiten. Zwischen 1902 und 1908 war er zunächst Bürgermeister in Auerbach im Vogtland und von 1908 bis 1916 im schlesischen Sagan. Am 20. Juni 1899 heiratete er in Leipzig seine Frau Elisabeth.
Das OberbĂĽrgermeisteramt der Stadt Altenburg trat er im Jahr 1916 an und hatte es fĂĽr sechs Jahre inne. In seiner Amtszeit verbesserte sich die Finanzlage der Stadt. Durch die Novemberrevolution von 1918 wurde der Freistaat Sachsen-Altenburg mit der Stadt Altenburg als Landeshauptstadt gegrĂĽndet, der bald darauf in der sich bildenden Freistaat ThĂĽringen ĂĽberging. Altenburg wurde dadurch zu einer kreisfreien Stadt am Rande des neuen Freistaates.
Nach seiner Zeit als Oberbürgermeister war Achilles wieder als Rechtsanwalt und Notar tätig. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten vertrat er auch jüdische Unternehmer gegen nationalsozialistische Funktionäre. Im Jahr 1943 wurde er wegen „fortgesetzten absichtlichen Abhörens ausländischer Rundfunksender” gemäß §1 der “Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen“ angeklagt. Er kam in Untersuchungshaft und gestand das wiederholte Abhören deutschsprachiger Nachrichten eines Moskauer Senders. Er hatte offenbar gehofft, auf diesem Wege etwas über seinen Sohn Leopold Achilles zu erfahren, der als Soldat an der Ostfront kämpfte. Nachdem er aus der Untersuchungshaft entlassen worden war, nahm er sich das Leben. Am 23. Juli 1943 wurde er gegen 13 Uhr tot in seiner Wohnung in der Münsaer Straße 21 in Altenburg aufgefunden. Als Todesursache wurde Selbstmord durch Erhängen festgestellt. Über die Gründe für den Freitod lassen sich keine handfesten Belege finden. Vermutlich wollte er einer möglichen Gefängnisstrafe sowie der öffentlichen Entehrung entgehen. Auf dem Friedhof in Altenburg ist er gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth Achilles, geb. Fischer, beigesetzt.